PowerPoint ist der Standard, wenn es darum geht Präsentationen zu halten. Wer allerdings schon mal über den Tellerrand hinaus geblickt hat, wird festgestellt haben, dass viele Profiredner komplett auf PowerPoint verzichten und sich nur auf ihre Rhetorik und Ausstrahlung verlassen. Ich glaube, dass das ein großes Ziel ist, nachdem alle streben sollten.

In technischen Berufen lässt es sich jedoch nicht immer vermeiden, etwas auf die Leinwand zu werfen. Gerade wenn es um Formeln, Schaltpläne, Quellcode oder Ähnliches geht, wäre eine Darstellung z.B. mit einem Flipchart eher unpraktisch bis unmöglich. Daher möchte ich Ihnen hier ein paar Tipps geben, wie Sie auch eine technische Präsentation mit PowerPoint effektvoll in Szene setzen können.

Grundlagen

Zuallererst sollten Sie sich klar machen, dass PowerPoint immer nur ein Hilfsmittel ist. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit sollte immer der Redner mit seiner Kompetenz und seiner Ausstrahlung stehen. Je mehr also auf Ihren Folien steht, umso mehr lenken Sie von sich selbst ab. Wenn also bereits der gesamte Inhalt ausformuliert auf den Folien zu lesen ist, werden garantiert alle zu lesen beginnen und keiner achtet mehr auf Sie. Genau dieser Fehler - den man leider immer noch sehr häufig erlebt - ist es, warum viele meinen, Präsentationen wären von Natur aus langweilig. Die Kunst besteht also darin, nur ergänzende Infos auf den Folien zu zeigen und sonst möglichst frei zu sprechen.

Keine Kopf- und Fußzeilen

Entfernen Sie alles von Ihren Folien, was nichts mit dem Thema zu tun hat. Keiner interessiert sich dafür, die wievielte Folie das gerade ist, wann sie erstellt wurde oder wie Ihre E-Mail-Adresse lautet. All das lenkt ab und reduziert den Platz auf der Folie, den Sie für die wichtigen Dinge brauchen.

Mit anderen Worten: Sie können Kopf- und Fußzeilen komplett streichen!

Keine Animationen

Das Gleiche gilt für Animationen. Nur weil das Programm jedes Element auf zig Weisen ein- und ausblenden kann, sollten Sie das noch lange nicht tun. Es gibt nur ganz wenige Fälle, in denen eine geschickt eingesetzte Animation einen Punkt verdeutlicht. In den meisten Fällen ist es eine überflüssige Spielerei.

Schwarzer Bildschirm

Wenn Sie längere Zeit sprechen, ohne dabei auf die Leinwand zeigen zu müssen, drücken Sie auf die Taste „b“. Damit wird der Bildschirm komplett schwarz und die Aufmerksamkeit liegt komplett auf Ihnen. Glauben Sie mir: Dieser Tipp ist Gold wert!

Profis planen schwarze Folien bereits in den Ablauf ein. So müssen Sie zwar genau wissen, wann eine schwarze Folie kommt, können jedoch ohne hin- und herzuschalten gemäß ihrem Plan vortragen.

trickreich präsentieren

Hoher Kontrast

Es gibt bei PowerPoint viele Vorlagen, die zwar auf den ersten Blick hübsch aussehen, bei denen es aber zu Schwierigkeiten kommen kann. Bedenken Sie immer, dass Sie eine Folie auf Ihrem Bildschim ganz anders sehen, als Ihre Zuhörer. Während Sie unmittelbar vor dem Bildschirm sitzen und natürlich genau wissen, was Sie geschrieben haben, hat Ihr Publikum vielleicht mit schwachem Kontrast, unscharfer Projektion und Lichtreflexionen zu kämpfen. Ihre Zuhörer werden also niemals alle Details so klar sehen können wie Sie selbst. Hüten Sie sich also vor Vorlagen mit verspielten Designs. Zu viele Formen und Farben lenken auch ab und wenn Ihre Zuhörer etwas nicht deutlich und leicht lesen können, wird Ihre Überzeugungskraft ebenfalls darunter leiden.

Dies ist ein sehr interessanter psychologischer Effekt, der auch noch zu wenig beachtet wird. Nachlesen können Sie das z.B. hier:

„Starrköpfe überzeugen“ Sebastian Herrmann

„Schnelles Denken, langsames Denken“ Daniel Kahneman

Details vergrößern

Wenn Sie z.B. bei einem großen Schaltbild auf ein kleines Detail verweisen müssen, machen Sie das bitte nicht mit dem klasssischen Laserpointer. ​In vielen Fällen ist der kleine Lichtpunkt zu schlecht zu erkennen und bewegt sich zu schnell, als dass damit jemand etwas anfangen könnte. Zeigen Sie lieber eine zusätzliche Folie nur mit dem relevanten Ausschnitt.

Manchmal kann es auch sinnvoll sein, einzelne Bereiche des Bildes abzudunkeln um so Details hervorzuheben. Es gibt sogar ein interessantes Hilfsmittel, mit dem Sie abdunkeln, vergrößern, weiterblättern und vieles mehr können.

Dazu habe ich hier einen Artikel geschrieben: Der Spotlight Presenter

Vorschaufunktion

Wie oben bereits erwähnt, wird in vielen Fällen einfach von den Folien abgelesen. Das führt jedoch nur zu Langeweile im Publikum, denn lesen können Ihre Zuhörer schließlich selbst. Dabei gibt es dafür eine einfache und elegante Lösung:

Ihre Folien sind so minimalisitisch gestaltet, wie ich oben beschrieben​ habe, d.h. also nur ein Foto, ein Schaltbild, ein Schlagwort o.ä. Alle weiteren Erklärungen tragen Sie frei vor. Da jedoch sich nicht alle Redner alles merken können, gibt es bei PowerPoint die sogenannte "Referentenansicht". Dabei sehen Sie auf dem Laptop nämlich die aktuelle Folie, einen Bereich mit Notizen, von dem Sie ablesen können und außerdem die Uhrzeit und die bereits vergangene Zeit. Damit haben Sie auch Ihr Timing im Blick und wissen ob Sie schneller oder langsamer vorangehen müssen. Ihre Zuhörer bekommen davon jedoch nichts mit und sehen nur die eine Folie.

Wenn Sie damit arbeiten, werden Sie automatisch freier und souveräner auftreten und Ihre Zuhörer werden Ihnen deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken.

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