Denken Sie mal an den letzten Film zurück, den Sie gesehen haben. Bestimmt haben Sie noch die Bilder im Kopf. Sie können die Schauspieler in Erinnerung rufen, sehen die Landschaften vor sich und erinnern sich an die Gefühle, die Sie hatten. Waren Sie ergriffen oder überrascht? War der Film romantisch, actiongeladen oder irritierend? Bestimmt fällt es Ihnen leicht, diese Dinge wieder hervorzuholen.

Ich gehe aber mal davon aus, dass Sie kaum mehr die einzelnen Dialoge wiedergeben können. Auch wenn Sie die Handlung des Films ungefähr wiedergeben könnten, sind solche Details bestimmt verloren gegangen.

Genau so ergeht es auch den Zuhöreren in Vorträgen und Präsentationen. Egal, wie sehr man sich auch konzentriert, die meisten von uns sind einfach nicht in der Lage sich alle Fakten und Details zu merken.

Setzen Sie auf Geschichten

Damit die Botschaft bei Ihren Zuhöreren hängen bleibt, sollten Sie sich also unbedingt von der Vorstellung lösen, einfach möglichst viele Fakten und logische Argumentationen zu bringen. Was wirklich in Erinnerung bleibt sind emotionale Geschichten.

Jetzt fragen Sie sich vielleicht: "Wie soll ich denn eine technische Beschreibung oder eine mathematische Formel emotional verpacken?"
Mein Tipp: Knüpfen Sie an bekannte Erlebnisse der Zuhörer an. Wo haben diese schon mal mit der Thematik zu tun gehabt? Oder welches Problem hatten Sie selbst, als Sie sich mit der Lösung des Problems beschäftigt haben? Sie könnten z.B. sagen: "Erinnern Sie sich an den Stromausfall letzte Woche im Labor? Jetzt verrate ich Ihnen, wie es dazu kam und wie wir das in Zukunft verhindern können." Wenn Sie jetzt in technische Details einsteigen, habe Ihre Zuhörer eine größere Motivation, Ihnen zu folgen, da ihnen der praktische Nutzen schon klar ist. Alles was die Thematik auf eine persönliche Ebene hebt und mit Erinnerungen, Gefühlen und Bildern verknüpft ist hier hilfreich.

Oder Fragen Sie doch einfach in die Runde, wer denn schon praktische Erfahrungen mit dem Thema gemacht hat. Vielleicht hat jemand aus dem Publikum eine interessante Anekdote zu erzählen. Oder Sie stellen fest, dass ein bestimmter Aspekt vor diesem Zuhörerkreis komplett irrelevant ist. Dann lassen Sie ihn einfach weg, statt alle zu langweilen.

Geschichten statt Fakten

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2017 und viele bezeichnen die aktuelle Zeit als "postfaktisch". Gerade einige Politiker erregten damit Aufsehen, dass sie sich nicht sehr genau an Tatsachen gehalten haben und mit populistischen Themen und emotionalen Aufhängern auf Wählerfang waren. Genau das wollen wir natürlich nicht. Ihre Zuhörer erwarten, dass Sie das Thema korrekt und kompetent darstellen. Es soll also nicht die Aufgabe sein, Dinge radikal zu vereinfachen und Fakten einfach wegzulassen. Ihre Präsentation muss auf jeden Fall vor einem fachkundigen Publikum bestand haben. Die Kunst besteht darin, das Thema trotzdem nicht zu trocken darzustellen.

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